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Die Schilddrüse

Die Schilddrüse (Glandula thyreoidea) ist eine wichtige Hormondrüse, die bei Wirbeltieren am Hals unterhalb des Kehlkopfes sitzt. Die Schilddrüse ist verantwortlich für die Bildung der Hormone Thyroxin, Triiodthyronin und Calcitonin. Dazu benötigt die Schilddrüse Iod (häufig noch in der alten Schreibweise Jod bekannt), das über die Nahrung aufgenommen wird. Während die Iodversorgung des Menschen u.a. durch eine Iodierung des Speisesalzes gewährleistet wird (Das im Handel erhältliche bekannte Jodsalz) und Tiere in der Landwirtschaft über Iodzusätze im Futter versorgt werden, kamen Haustiere hier häufig zu kurz und waren  vom Jodmangel bedroht. Dieser führt wiederum zu einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose).  In den letzten Jahren kam jedoch verstärkt Tierfutter – inbesondere Hundefutter – auf den Markt, das ebenfalls mit zusätzlichem Iod angereichert war, so dass Jodmangel heute eigentlich kein Thema mehr ist.

Die Wirkung der Schilddrüsenhormone

Die in der Schilddrüse gebildeten Hormone halten den Stoffwechsel der Wirbeltiere in Schwung. So sorgen sie für eine Erhöhung des Blutdrucks, der Herzfrequenz und der Fettverbrennung. Auch die Schweiß- und Talgdrüsen der Haut werden durch die Schilddrüsenhormone zu stärkerer Aktivität angeregt. Eine Unterfunktion der Schilddrüse führt also dazu, dass der gesamte Stoffwechsel langsamer abläuft und so die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nachlässt. Bei Haustieren äußert sich dies häufig in Mattheit und Abgeschlagenheit, die von Besitzern jedoch ganz einfach für Alterserscheinungen gehalten werden.

Die Krankheiten der Schilddrüse

Die Schilddrüse ist relativ krankheitsanfällig. Während wir uns auf diesen Seiten vor allem mit der Schilddrüsenunterfunktion beschäftigen, sollen die anderen Krankheiten nicht unerwähnt bleiben. So führt Jodmangel zu einer krankhaften Vergrößerung der Schilddrüse, die in der Medizin Struma genannt wird und im Volksmund als Kropf bekannt ist. Durch die flächendeckende Versorgung mit Iod kommt das sogenannte Jodmangelstruma heute kaum noch vor – sowohl beim Menschen als auch bei Haustieren.

Über die Blutgefäße können Bakterien oder Pilze in die Schilddrüse eindringen und eine Entzündung (Thyreoiditis) auslösen. Werden diese Entzündungen chronisch, ist von einer Hashimoto-Thyreoiditis die Rede, einer Autoimmunkrankheit, bei der T-Lymphozyten das eigene Schilddrüsengewebe angreifen. Auch dies führt zu einer Unterfunktion der Schilddrüse und ist nur medikamentös therapierbar, aber nicht heilbar.

Genau wie der Mensch können auch Hunde und Katzen an Schilddrüsenkrebs erkranken. Das sogenannte Adenokarzinom entsteht im Schilddrüsengewebe und neigt zur Metastasenbildung in benachbarten Organen. Bei rechtzeitiger Diagnose kann eine Teil- oder vollständige Entfernung der Schilddrüse lebensrettend sein, doch häufig ist es dann schon zu spät.

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