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Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

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Bei Hunden machen sich Schilddrüsenunterfunktionen meist mit zunehmendem Alter bemerkbar und werden daher häufig für normale Alterserscheinungen gehalten. Während grundsätzlich alle Hunde von Hypothyreose betroffen sein können, macht sich die Störung vor allem bei mittelgroßen und großen Hunderassen wie Golden Retriever, Labrador, Schäferhund, Boxer und Dobermann bemerkbar. Aber auch Dackel sind überdurchschnittlich häufig von dieser Erkrankung betroffen. Das Geschlecht des Hundes ist dagegen egal, denn Rüden und Hündinnen leiden etwa gleich häufig unter der Schilddrüsenunterfunktion.

Wie macht sich die Schilddrüsenunterfunktion bemerkbar?

Durch die Vielfalt der möglichen Symptome lässt sich eine Hypothyreose auf Anhieb kaum erkennen. Erste Anzeichen sind allgemeine Veränderungen im Verhalten des Hundes, zum Beispiel eine zunehmende Bewegungsunlust, obwohl der Hund sonst immer lebhaft war und beim Spaziergang gerne herumtobte.

Auch nachlassende Kondition bei längeren Spaziergängen und eine zunehmende Verfressenheit (die wiederum zu Gewichtszunahme führt) können Hinweise auf eine Schilddrüsenunterfunktion sein. Viele Hunde reagieren auch auf einmal zu einer Überempfindlichkeit gegenüber Kälte oder Hitze. Sucht der Hund auf einmal stets einen Platz in der Sonne auf, weil er friert oder versteckt sich bei sonnigem warmen Wetter an einem möglichst kühlen Platz, sind dies ebenfalls deutliche Zeichen.

Weitere Symptome sind ein verstärkter Haarausfall, der zu schütterem Fell oder gar zu Alopezie führt, Juckreiz, Magen-Darm-Beschwerden und eine verstärkte Neigung zu Infektionen. Manche Hunde zeigen auch erste Lähmungserscheinungen oder ein nachlassendes Gehör bis hin zur Taubheit. Bei Hündinnen kann es zu einer Gesäugeanbildung mit oder ohne Milch kommen, sowie zu Problemen bei der Läufigkeit, während Rüden unter nachlassender Libido leiden. Eher selten sind Muskelkrämpfe oder epileptische Anfälle.

Die Diagnose der Hypothyreose beim Hund

Hund beim Tierarzt

Besteht Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion, sollte der Hund zum Tierarzt gebracht werden, der eine Blutuntersuchung vornimmt. Dadurch kann er zunächst feststellen ob der Wert des Schilddrüsenhormons Thyroxin T4 im Blut zu niedrig ist. Im nächsten Schritt wird ermittelt, ob wirklich eine herkömmliche Schilddrüsenunterfunktion vorliegt oder die seltenere Form der autoimmunen Thyreoiditis (Hashimoto), bei der das eigene Immunsystem das Schilddrüsengewebe angreift.

Auch muss ermittelt werden, ob möglicherweise das „Euthyroid Sick Syndrome“ vorliegt, bei dem andere Krankheiten der Schilddrüsenunterfunktion zugrunde liegen.  Dies können zum Beispiel bakterielle Entzündungen sein oder auch Diabetes mellitus.

Bestätigt sich der Verdacht auf Hypothyreose, kann eine Hormonbehandlung die Symptome schon bald lindern und der Hund gewinnt viel Lebensqualität zurück.

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